„Ich habe Angst, wenn ich das alles sehe!“ spricht Bärbel L. aus Eberswalde aus, was sie fühlt, wenn sie an die montäglichen, von den Versammlungsveranstaltern „Spaziergang“ genannten Versammlungen denkt. „Wir hatten das alles schon mal. Auch damals hat das mit so Wenigen angefangen.“ erzählt sie weiter. Wenn sie und andere könnten, würde sie ebenfalls Gesicht zeigen und gegen dieses Gedankengut auf die Straße gehen. Doch sie und ihr Mann seien zu alt. So bliebe Ihnen nur das Vertrauen in die Politik, die in ihren Augen jedoch zu wenig durchgreife.

Die Woche begann wie gewohnt mit Versammlungen in verschiedenen Städten. In Bernau setzte die Polizei das Versammlungsrecht nun konsequent durch und unterband die unangemeldete Versammlung. In Eberswalde verlief hingegen soweit alles wie gewohnt.

Während die Gruppe um Marcel Dittrich und Roman Kuffert (AfD) von der Polizei geschützt, ihre durch das Grundgesetz zugesicherte Freiheit auf Versammlung selbstverständlich ausüben durften, ereignete sich in Wandlitz ein Todesfall. Dieser passierte im Anschluss eines versuchten Durchbruchs einer Polizeisperre und der damit verbundenen Personenfeststellung.

Die Polizei leitete sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen ein und ein hinzugerufener Rettungswagen brachte die Person in ein Krankenhaus. Dort verstarb das – wie sich später herausstellte – ehemalige „In Extremo“-Bandmitglied (53).

Aktuell wurde dazu ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet.

In diesem Zusammenhang gerät ein Video in den Fokus der Öffentlichkeit, welches sich jedoch als unzutreffend herausstellte, da dieses zwar den gleichen Abend zeigte, jedoch einen Ort in Bernau darstellte.

Am Tag nach dem Todesfall, dem 25.1.2022, versammelte sich eine Gruppe Menschen und maschierte Richtung Polizeidienststelle in Bernau bei Berlin, um gegen Polizeigewalt zu demonstrieren. Ein Video, das derzeit in Telegram verteilt wird und Regio1.live vorliegt, dokumentiert eine dramatische Situation, in der sich die Polizei in Vollmontur schützend vor die Polizeiwache aufstellungnehmend, den Demonstranten in den Weg stellte.

Surreale Situation

Während in Telegram bereits aufgerufen wird, Versammlungen nicht mehr anzumelden, da man der Auffassung ist, „Widerstand wird nicht angemeldet“, können auch weitere Äußerungen als Kampfansage gegen die Polizei gedeutet werden.

Diese Kampfansage wurde auch im Video deutlich, das für kurze Zeit eine kurz bevorstehende Eskalation mit der Polizei suggerierte und aufgrund der personellen Unterzahl im Gegensatz zu den Demonstranten, vernichtet werden würde. Ihr wurde förmlich ein Ultimatum gestellt und der Zuschauer erhält den Eindruck, jenes würde auch eingelöst werden.

Am Ende – nach einem kurzen Wortgefecht – dreht die Gruppe bei und marschiert davon. Untermalt wird die surreale Szenerie mit martialischer und heroischer Musik, die durchaus als Propanganda gegen einen, in den Augen der Demonstranten, diktatorischen und faschistischen Staat verstanden werden kann.

Verbreitung verfassungsfeindlicher Symbole

In der gleichen Telegramgruppe von Roman Kuffert (AfD), wird derzeit auch die Hakenkreuzsymbolik verbreitet und deren wahre Bedeutung als „Vertuschung“ deklariert. Zur selben Zeit fanden Bürger am Bahnhof in Bernau an Wände geschmierte Hakenkreuze vor, welche umgehend entfernt wurden.


Hinweis:

Das Hakenkreuz hat in seinen unterschiedlichen Varianten im Laufe der Geschichte, verschiedene Bedeutungen erlangt und findet sich in verschiedenen Kulturen der Welt immer wieder. Durch seine negativbehaftete Nutzung im zweiten Weltkrieg durch Hitler-Deutschland, gilt das Hakenkreuz jedoch als verfassungsfeindliches Symbol und ist deshalb verboten.


Update:

In der Zwischenzeit wurden entsprechende Posts aus der besagten Telegramgruppe gelöscht. Die Screenshots können aufgrund der Symbolik auf dieser Seite nicht veröffentlicht werden.

4 Kommentare

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      • Man kann doch Screenshots hier reinstellen und die Symbolik durchkreuzen, außerdem gehört das zur journalistischen Aufklärung dazu, sonst ist es doch nur eine unbelegte Behauptung.

        • Gerne können Sie eine offizielle Anfrage an die Redaktion stellen (red@regio1.live). Wir überprüfen dann das Anliegen. Verfassungsfeindliche Inhalte und Kontexte, werden grundsätzlich nicht veröffentlicht.